Segen gesegnet, aber "Segen bringen" erstmal verschoben

29.12.2020 | Die Aussendung der Sternsinger in den Sachsendörfern

Miriam, Stefan Buchholz, Julia und Jan nach dem Gottesdienst am 26.12.20 in der Christkönigskirche

Quelle: W. Brand (RNZ)

"Segen bringen, Segen sein. Kindern Halt geben in der Ukraine und weltweit" lautet das Motto der diesjährigen Sternsingeraktion. Wie jedes Jahr wurde auch am vergangenen Samstag die Aussendung der Sternsinger von St. Jakobus im Gottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag begangen. Aber dieses Jahr ist alles anders und es ging vor allem darum die Kreide und Segens-Aufkleber und die Sternsinger zu segnen. Bis die Segenszeichen in den Häusern in Lützelsachsen, Hohensachsen, Ritschweier und Großsachsen ankommen, wird es noch etwas dauern.
 
Gerade einmal drei Sternsinger*innen waren im Gottesdienst. Sie waren die Vertreter*innen für die normalerweise über 100 Mädchen und Jungen in den Gewänder der heligen drei Könige und nahmen für alle den Segen entgegen.

Auch die Sternsingeraktion leidet unter der Coronakrise. Dabei ist es gerade jetzt, in dieser Situation so wichtig, Kindern in ärmeren Ländern zu helfen. Stefan Buchholz wieß in seiner kurzen Ansprache zur Sternsingeraktion darauf hin, dass gerade in den Ländern, in denen die Sternsinger Projektpartner unterstützen, die Coronapandemie die gesundheitlichen und sozialen Probleme noch verschärfe.
In der Ukraine leiden über zwei Millionen Kinder unter Arbeitsmigration. Da viele Eltern keine oder nur zu schlechte Arbeitsangebote im eigenen Land finden, gehen sie ins benachbarte Ausland um dort den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. So sind sie oft monatelang von ihren Kindern getrennt. Diese leben daher nur bei einem Elternteil, den Großeltern oder in Pflegefamilien. Die Sternsinger helfen, indem sie die elf Caritaszentren in der Ukraine unterstützen, in die viele dieser Kinder nachmittags gehen können. Dort werden sie liebevoll betreut, können mit Freunden spielen, Hausaufgaben machen und etwas gemeinsam unternehmen. In diesen Zentren erfahren sie Liebe und Geborgenheit.
 
Während der Vorbereitungsphase für die Sternsingeraktion konnte den Grundschulkindern die Situation in der Ukraine noch in der Schule bei einer Filmvorführung und Erklärungen dazu näher gebracht werden. Die älteren Sternsinger konnten den Sternsingerfilm nur zuhause über die Homepage ansehen. Dort gbit es nun auch kleiner Spiele und weiter Informationen für die Kinder. Echte Vorbereitungstreffen gab es aufgrund der Coronasituation leider keine.
 
Die Idee, den Segen bei einem Besuch vor der Haustüre mit Abstand zu überbringen, musste Mitte Dezember auch aufgegeben werden. Dass dann aber aufgrund der auch tagsüber geltendend Ausgangsbeschränkung die Segensaufkleber auch nicht in die Briefkästen geworfen werden dürfen, führt nun dazu, dass die Sternsinger erstmal nicht losziehen können.
 
Die 440 Leute, die sich dieses Jahr zum erstenmal angemeldet hatten, wurden per E-Mail und telefonisch darüber informiert, dass der Segen erst nach dem Lockdown verteilt werden kann.
 
Wer nicht so lange warten möchte, kann sich die Segensaufkleber oder ein Stück gesegneter Kreide in der Christkönigskirche abholen. Diese ist an allen Sonn- und Feiertagen bis zum 10.1. jeweils von 12-18 Uhr geöffnet.
Dort gibt es ausserdem eine direkte Spendenmöglichkeit und einen Infoflyer mit Angabe der Kontonummer zur Überweisung und der Online-Spenden-Aktion im Internet.
 
Ob die Sternsinger nach dem Lockdown in ihren Gewändern losziehen und die Segen verteilen, oder einfach so, oder ein*e Betreuer*in dies übernimmt, muss man dann sehen.
 
Stefan Buchholz bat die Angemeldeten um Geduld, und wies auf die Onlinespendenmöglichkeit hin. Pfr. Dauer ermutigte die Sternsinger*innen, nachdem er sie gesegnet hatte, sich auf das nächste Jahr zu freuen, in dem sie hoffenltich wieder wie gewohnt losziehen können.
 
Weiter Infos gibt es auf der Sternsingerseite von St. Jakobus