Die Pfarrkirche wurde 1772 eingeweiht und wie die über 1000 Jahre alte Vorgängerkirche „auf dem Berg“, beim heutigen alten Friedhof, dem heiligen Jakobus als Kirchenpatron geweiht.
Pfarrer Stephan Sailer zelebrierte den Festgottesdienst zusammen mit Diakon Wolfgang Rein und Pfr. Martin Heringklee. Dieser hatte, wie auch die anwesenden Pfarrer i.R. Klaus Ries und Josef Kast, die Pfarrei früher einmal geleitet. Der Kirchenchor der Pfarrei sang, unter Leitung von Josef Liu und Harald Fath an der Orgel erstmals die „Messe brève“ von Léo Delibes, was fantastisch gelang. Nicht nur in der Kirche konnten die Gäste dem Kirchenchor lauschen und den Gottesdienst feiern, sondern auch im Schwesternhaus und auf der Pfarrwiese feierten Gemeindemitglieder den Gottesdienst, der live gestreamt wurde, aktiv mit.
Pfarrer Sailer ging in seiner Predigt zunächst auf die besondere Beziehung der Jünger Jakobus und seines Bruders Johannes zu Jesu ein, die man wegen ihres aufbrausenden Charakters und Muts heute wohl als „Hitzköpfe“ bezeichnen würden. Jakobus, dessen Gebeine seit dem Mittelalter in Santiago de Compostela verehrt werden, gilt als Patron aller Pilger und wird, wie auch am Hochaltar in der Jakobuskirche, immer mit Wanderstab, Kürbisflasche und dem Muschelsymbol dargestellt. Auch an der Jakobuskirche in Hohensachsen führt ein Stück des badischen Jakobuswegs nach Santiago de Compostela vorbei. Und so bittet er am Ende den Heiligen Jakobus um Beistand auf unserer Wanderschaft, unserer Pilgerreise und für unsere nächsten Schritte.
Im Festakt überbrachten Oberbürgermeister Manuel Just aus Weinheim und Bürgermeister Ralf Gänshirt aus Hirschberg ihre Grüße und Glückwünsche verbunden mit dem Dank an die lebendige Pfarrgemeinde für ihr Engagement und wichtigen Einsatz für die Gesellschaft. Der Vorsitzende des Fördervereins St. Jakobus Hohensachsen e.V., Marcus Braun erinnerte an die Renovierungen der letzten Jahre, wie die Erneuerung der Orgel 1985, auf der Prof. Leo Krämer seither fast jedes Jahr ein Konzert gegeben hat.
Der Landrat des Rhein-Neckarkreises, Stefan Dallinger, der früher selbst in der Pfarrei St. Jakobus aktiv war, überbrachte Glückwünsche des Rhein‑Neckar‑Kreises und freute sich, dass die Pfarrgemeinde in den aktuell schwierigen Zeiten mit diesem Fest ein positives Zeichen der Zuversicht und des Vertrauens aussendet und Kirche so auch wieder positiv ins Gespräch bringt. Er ging in seiner Festrede zunächst auf die Geschichte der Kirche und deren barocken Innenausstattung ein, die zum Bedeutendsten gehört was sich aus dieser Zeit im Rhein-Neckar-Kreis erhalten hat und seit jeher am Jakobsweg Pilgerweg liegt. Er betonte auch, dass Kirche eben nicht nur als Gebäude, sondern vor allem als Gemeinschaft der Gläubigen zu verstehen ist, die sich meist ehrenamtlich, offen für alle Menschen und die Schöpfung, einsetzen und ihre positive und wichtige Botschaft der Hilfsbereitschaft, Solidarität und Nächstenliebe weiterhin selbstbewusst verbreiten sollte.
Pfarrerin Dr. Gesine von Kloeden von der evangelischen Kirchengemeinde Hohensachsen überbrachte die Glückwunsche der drei evangelischen Schwestergemeinden aus Hohensachsen, Lützelsachsen und Großsachsen und sprach abschließend ein Dankgebet und erteilte den Schlusssegen.
Am Nachmittag bot der ehemalige Mesner Hermann Tatzel zwei gut besuchte Kirchenführungen an, in denen er die Geschichte und Details der prunkvollen Kirchenausstattung lebendig erläuterte.
Neben den fair gehandelte Produkten, die der Perukreis anbot, konnte außerdem „Jakobus‑Wein“ mit Jubiläumsetikettierung und ein Aquarelldruck der Jakobuskirche erworben werden. Ein zum Jubiläum neu erschienener
Kirchenführer der Jakobuskirche gibt detailliert Auskunft über die Geschichte der Pfarrei und die barocke Ausstattung der Jakobuskirche.
Es war ein sehr gelungenes und schönes Patroziniumsfest, bei dem auch der Zusammenhalt der Pfarrgemeinde gestärkt wurde. Das Gemeindeteam unter Leitung von Michael Göcke hatte die Koordination übernommen, die Frauengemeinschaften boten Kuchen an, der Förderverein St. Jakobus hatte fürs Mittagessen gesorgt, die KjG kümmerte sich traditionell um die Getränkeausgabe und der Familienkreis übernahm die Kontrolle in der Küche. Nicht zu vergessen sind der Kirchenchor, die Familienband, die Ministrant*innen und weitere Helfer*innen in der Kirche, sowie das Streaming‑Team, die zu einem festlichen Gottesdienst und Festakt beigetragen haben.
Aus Anlass des Jubiläums wird es bis ins nächste Frühjahr hinein weiter Veranstaltungen von verschiedenen Gruppierungen geben. Informationen dazu findet man auch immer auf der Homepage unter
St. Jakobus > 250 Jahre St. Jakobus
Der Gottesdienst und Festakt werden noch eine Weile unter
diesem Link zur Verfügung stehen.
Mit freundlicher Genehmigung von Landrat Stephan Dallinger könne Sie hier seine Festrede nachlesen.
Der Artikel der Weinheimer Nachrichten vom 26. Juli 2022 vermittelt zusätzlich einen guten Rückblick auf das Jubiläum am 24
. Juli.