Digitalisierung und Nachhaltigkeit - Vortrag von Prof. Matthias Weigold vom 15.11.
Am 15.11.2023 sprach Prof. Matthias Weigold von der TU Darmstadt im Rahmen der Ökumenischen Erwachsenenbildung in Großsachsen zum Thema "Digitalisierung und Nachhaltigkeit - zwei Leitmotive zusammen gedacht".
Im folgenden Artikel der RNZ vom 21.11.2023 ist der Abend zusammengefasst.
Artikle aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 21.11.2023
Warum das Minimieren eine wichtige Rolle spielt Prof. Matthias Weigold sprach bei der ökumenischen Erwachsenenbildung über „Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Produktion”
Hirschberg. (dani)
Von standardisierten Produktionstechniken über Roboter bis zu autonom gesteuerte Maschinen – in der Industrie hat sich in den letzten Jahrzehnten eine Menge verändert. Ein Thema wurde dabei immer wichtiger: die Klimaneutralität. Aber wie erreicht man diese in einem so breit gefassten Bereich? Und wie bedeutsam ist die Industrie in diesem Zusammenhang?
Diesen und vielen weiteren Themen ging Professor Matthias Weigold in seinem Vortrag „Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Produktion – zwei Leitmotive zusammen gedacht” nach.
Nachdem er vor knapp einem Jahr den Beitrag der ökumenischen Erwachsenenbildung zum Thema Erneuerbare Energien besucht hatte, kam ihm die Idee, über seine Projekte und Ansätze zu informieren. Die Vortragsreihe unter der Leitung von Sabine Füllgraf-Horst und Roswitha Böhrnsen bot dafür einen optimalen Rahmen, und mit etwa 15 Zuhörerinnen und Zuhörern konnte Weigold den Abend im evangelischen Gemeindehaus Großsachsen ganz locker gestalten.
Nachdem er vor knapp einem Jahr den Beitrag der ökumenischen Erwachsenenbildung zum Thema Erneuerbare Energien besucht hatte, kam ihm die Idee, über seine Projekte und Ansätze zu informieren. Die Vortragsreihe unter der Leitung von Sabine Füllgraf-Horst und Roswitha Böhrnsen bot dafür einen optimalen Rahmen, und mit etwa 15 Zuhörerinnen und Zuhörern konnte Weigold den Abend im evangelischen Gemeindehaus Großsachsen ganz locker gestalten.
Als Leiter des Instituts für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen der Technischen Universität Darmstadt konnte er eine Menge darüber erzählen, was in der Industrie hinsichtlich der Klimaneutralität passiert. Die Industrie trage zu acht Prozent direkt und zu 19 Prozent indirekt über die Energiewirtschaft an Treibhausgasemissionen bei, hieß es auf einer seiner sehr übersichtlich gestalteten Präsentationsfolien – und ist damit ein entscheidender Hebel hinsichtlich der angestrebten Klimaneutralität Deutschlands bis 2045.
Dass sich in der Produktion und Industrie bis dahin einiges verändern muss, ist klar, aber wie das geschafft werden kann, damit beschäftigen sich einige von Weigold betreute Forschungsprojekte, darunter die Forschungsgruppe „Energietechnologien und Anwendungen in der Produktion“ (ETA). Sie sieht vor, die industrielle Produktion in Zukunft energieeffizient, energieflexibel und ressourcenorientiert zu gestalten und untersucht nun, welche Maßnahmen dafür nötig sind.
Zuerst sei es wichtig, eine Bilanz zu ziehen, sprich zu schauen, wie die CO2-Bilanz der einzelnen Firmen und Industrien gerade ist, um dann entsprechend reagieren zu können. Die Minimierung sei die beste Wahl auf dem Weg zur Klimaneutralität, ergab eine dreijährige Studie für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie zeigte, dass sich die Emissionen der Industrie mit Energieeffizienzmaßnahmen um rund 20 Prozent reduzieren ließen. Außerdem gingen Firmen, die ihren Energiebedarf gesenkt haben, sehr viel entspannter mit den Preiserhöhungen um.
Auch die Substitution, die Umstellung auf erneuerbare Energien, sei eine gute Möglichkeit und ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität, so Weigold, doch das Minimieren sollte seiner Meinung nach ganz oben stehen.
Wie genau man den Energiebedarf einer Firma minimieren kann, damit setzte sich ein anderes Projekt des Institutes, das Darmstädter Reallabor Delta, auseinander, das sogar über die Grenzen der Industrie hinausschaut und sektorenübergreifend denkt, also auch Wohnen und Verkehr mit in die Klimaneutralität einbezieht und miteinander vernetzt.
Mit kleinen Filmen, in denen die einzelnen Forschungsprojekte vorgestellt wurden, schaffte es Weigold auf eine ganz andere Art und Weise, seine Zuhörer abzuholen und zu zeigen, wie wichtig die Forschung in diesem Bereich ist. Immer wieder mischten sich Zuhörer in seinen Vortrag ein, mal mit Fragen, aber häufig auch mit Ergänzungen, die das Thema abrundeten.
Insgesamt gestaltete Weigold seine Präsentation sehr anschaulich und achtete darauf, dass alle ihm folgen konnten. „Ich bin sonst nicht so technik- und industrieaffin”, gab auch Sabine Füllgraf-Horst am Ende zu, dennoch sei der Abend sehr kurzweilig und informativ gewesen. Im Anschluss lud Weigold die Gäste noch auf ein Getränk und ein paar nette Gespräche ein. Und es schien ganz so, als hätten auch diejenigen, die nicht viel mit Industrie zu tun haben, nun verstanden, wie wichtig es ist, dort anzusetzen – und wie viel sich dort schon getan hat.
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